Darstellung der Modellierten Dorfkirche

Sowohl für den Bauantrag eines neuen Gebäudes, als auch für bestehende Gebäude, müssen dem zuständigen Bauamt bei einem geplanten Neu- und auch Umbau Pläne vorgelegt werden. Diese Pläne müssen die plantechnisch relevanten Bereiche eines Gebäudes wiedergeben. In Autodesk Revit können diese Pläne anhand des 3D-Gebäudemodells für jeden gewünschten Bereich erstellt werden. Hierbei werden spätere Änderungen am Modell automatisch in den Plänen geändert.
Die Planerzeugung ist im Projektbrowser unter Pläne zu finden. Mit Hilfe der rechten Maustaste können neue Pläne erzeugt werden. Zunächst wird nach der Plangröße gefragt. In diesem Fall wurden A4 und A3 Größen gewählt. Im Anschluss können die entsprechenden Grundrisse, Schnitte und Ansichten, die bereits bei der Modellierung genutzt wurden, in die jeweiligen Pläne gezogen und dort sinnvoll ausgerichtet werden.
Für die Dorfkirche wurde ein Grundriss EG, ein Grundriss 1.OG, drei Schnitte und vier Ansichten erstellt. 
Weitere Möglichkeiten der Darstellung vor allem für Bauherren, die nicht immer etwas mit Bauplänen anfangen können, bzw. sich das „fertige“ Objekt nicht vorstellen können, sind sogenannte Kameraperspektiven. Hierbei handelt es sich um Standortausblicke, die eine Darstellung des modellierten Objektes wiedergeben. Diese Ausblicke sind im Modell frei wählbar, weshalb eine sehr genaue Darstellung möglich ist. Diesen Befehl findet man unter Ansicht, Erstellen und Kamera.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit, die vor allem für Präsentationen sinnvoll ist, ist es, einen virtuellen Rundgang durch das Objekt zu erstellen. Dies ist ebenfalls unter Ansichten, Erstellen und Walkthrough zu finden. Es ist ein frei gestaltbarer Weg durch das Objekt wählbar. Dabei ist auch die Kamerahöhe einstellbar, wodurch viele unterschiedliche Perspektiven ermöglicht werden. Für das in dieser Arbeit erstellte Modell der Kirche ist ein Video mit einem Walkthrough durch das Innere der Kirche auf dem beigefügten Speichermedium zu finden.
Des Weiteren ist es möglich, den Sonnenstand und damit den jeweiligen Schattenwurf des Gebäudes darzustellen. Dieser Befehl ist im unteren Teil der Standartdarstellung zu finden und wird mit einem kleinen Sonnensymbol angezeigt. Direkt daneben wird der Schattenwurf an oder ausgestellt. Bei Betätigung des Buttons für die Sonnendarstellung öffnet sich ein neues Fenster. In diesem kann ein frei wählbarer Tag und eine frei wählbare Uhrzeit eingestellt werden. Außerdem muss die Position des Gebäudes angegeben werden, um einen korrekten Sonnenstand und Schattenwurf zu gewährleisten. Nach der Ausführung wird die Sonne mit der ausgewählten Uhrzeit und dem richtigen Tag angezeigt und der sich daraus ergebene Schattenwurf dargestellt. Auch wird die Himmelsrichtung angezeigt. Bei der Dorfkirche wurde das Datum 28.09.2019 und eine Uhrzeit von 14:00 gewählt. Das Resultat wird in der nachfolgenden Darstellung wiedergegeben. 
Nicht nur im Außenbereich, sondern auch im Innenbereich wird der Sonnenstand und der Schattenwurf anhand der Fenster dargestellt. Somit ist eine genaue Abdunklung einzelner Räume durch beispielsweise Bäume oder Sommer/ Winterzeit betrachtbar. Dies ist vor allem bei planerischer Gestaltung von Vorteil, da dem Bauherren so in der Planungsphase eine Darstellung von Räumen und deren Ausleuchtung durch das natürliche Licht dargestellt werden kann. Werden künstliche Lichtquellen in das BIM-Modell mit eingearbeitet, so wird dies bei der lichttechnischen Darstellung von Räumen berücksichtigt. Somit ist in der Planungsphase bereits ersichtlich inwieweit Lampen nötig sind und in welcher Position diese anzubringen sind. 

EG Grundriss

1.OG

Ansicht von dem Gebäude

Schnitt durch das Gebäude

Sonnenstandsanzeige

Berechnungen in Revit

In Autodesk Revit können unterschiedliche Berechnungen durchgeführt werden. In diesem Beispiel wurden Flächen, Volumen, Heiz- und Kühllasten für die Dorfkirche berechnet. Zunächst müssen hierfür im Modell die Räume definiert werden. Dies geschieht mit dem Befehl MEP-Raum, zu finden unter Berechnung, Räume und Zonen und MEP-Raum. Im Erdgeschoss mussten nun mit Hilfe dieses Befehls die drei Räume angeklickt werden und jeweils als Eingangsbereich, Hauptraum und Nebenausgang benannt werden. Das Gleiche geschah im 1. Obergeschoss. Dort gab es jedoch nur den Bereich im Turm und der anteiligen Zwischendecke des Hauptraums. Nach der Vergabe der Räume konnten die Räume beispielsweise im Modell noch beschriftet oder farbig hervorgehoben werden. Nach der Vergabe der Räume konnte nun die Berechnung durchgeführt werden. Dieser Befehl ist unter Berechnung, Berichte und Bauteillisten und Überschlägige Heiz- und Kühllast zu finden. Beim Start dieses Befehls öffnet sich ein neues Fenster. In diesem sind auf der linken Seite die Räume und deren Abgrenzungen grün dargestellt. Auf der rechten Seite können unterschiedliche Parameter eingestellt werden. Beispielsweise kann die Luftdichtigkeitsklasse des Gebäudes gewählt werden. In diesem Fall wurde der Wert auf Mittel belassen. Auch kann der Standort definiert werden. Dies wurde auf die genaue Lage der „echten“ Dorfkirche eingestellt. In diesem Zusammenhang wurden gleichzeitig die Jahres-Wetterparameter der nächstliegenden Wetterstation - in diesem Fall Tegel - in das Projekt geladen. 
Nach der Berechnung wird ein Bericht angezeigt. In diesem Bericht ist zunächst die Lage, die Berechnungszeit und die Temperatur aufgelistet. Im Anschluss kommt die Gebäudezusammenfassung. Hier ist der vom Benutzer gewählte Gebäudetyp aufgelistet, die Fläche und das Volumen des Gebäudes. Außerdem das Berechnungsergebnis der Spitzenkühllast (31,886 W) und die Spitzenheizlast (33,840 W) des Monats Juli. Im Folgenden sind die Zwischenberechnungen des Ergebnisses aufgelistet. Unter anderem werden Kühl- und Heizlasten der Wände Fenster und Türen in Watt und in Prozent angezeigt. Auch der Stromverbrauch und die Beleuchtung werden angegeben. Die Werte fallen jedoch mit etwa 5 Watt sehr gering aus, da die Leuchten und die Stromkabel nicht bzw. nur teilweise modelliert wurden. Im Anschluss wurden die Fläche und das Volumen der einzelnen Räume angegeben. Auch wurden zu jedem Raum unterschiedliche Berechnungsergebnisse angezeigt. Unter anderem waren das Werte für die Türflächen, Fensterflächen, die Beleuchtungslast (W), Stromlast (W) und die mögliche Personenanzahl im Raum. 
Durch die Berechnungen können zu unterschiedlichen Wetterwerten die jeweilige Heiz- und Kühllasten sehr genau berechnet werden. Dafür müssten allerdings genauere Angabe zu den verwendeten Materialen des Bauwerks getroffen werden. Wenn alle Werte und Materialien schon vor Baubeginn eingetragen werden, ist eine genaue Energiebilanz des Gebäudes im Voraus berechenbar. Damit hat man die Möglichkeit, Verbesserungen bei zu hoher Energielast des Gebäudes vorzunehmen. 

 

Es können auch Listen von Bauelementen erstellt werden. Hierzu ist es wichtig von Anfang an bei der Modellierung der Elemente die entsprechenden ID-Daten zu vergeben. In diesem Fall wurde eine Bauteilliste von Wänden erstellt. Dieser Befehl ist unter Berechnung, Bauteilliste/ Mengen zu finden. Zunächst können entsprechende Kategorien mit Bauteilen gewählt werden, die in der Liste vorkommen sollen. Im Anschluss können die Felder, die in der Liste dargestellt werden sollen, ausgewählt werden. Für die Wände wurden beispielsweise die Felder mit der Bezeichnung Anzahl, Länge, Breite, Fläche, Volumen, Wärmedurchgangswert und Kosten gewählt. Wichtig dabei ist, dass die angezeigten Kosten lediglich einen fiktiven Wert darstellen. Nun wird eine Liste der Bauteile Wände erstellt. Mit Hilfe solcher Listen können die benötigten Mengen und Kosten von Bauteilen sehr gut ersichtlich gemacht werden. 

Verfasser:

Tim Bormann